Landwirtschaft 4.0 – Die Revolution auf dem Feld

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Embedded Systeme für Digital Farming

Ostrau liegt zwischen Leipzig und Dresden, eingebettet in der Hügellandschaft der Lommatzscher Pflege, auch Kornkammer Sachsens genannt. Die Landwirtschaft ist hier seit jeher verankert. Ostrau bietet aber nicht nur Nährboden für Getreide, sondern steht seit 20 Jahren auch für zukunftsweisende Technologie in der Agrartechnik.

Genauer gesagt, wird von hier aus die Zukunft der Landwirtschaft mitgestaltet. Das Unternehmen Agricon hat hier seinen Hauptsitz. Agricon spricht nicht etwa von Landwirtschaft 4.0, sondern von Precision Farming oder von digitalem Pflanzenbau. Wie bei Industrie 4.0 wird bei Precision Farming mittels intelligenter Vernetzung die Effektivität gesteigert. Das Erfolgsrezept von Precision Farming liegt in der spezifischen Bewirtschaftung von Teilflächen. Dünger, Pflanzenschutzmittel und Saatgut werden punktgenau eingesetzt. Das sorgt nicht nur für höhere Erträge, sondern auch für eine bessere Umweltverträglichkeit gegenüber dem herkömmlichen Pflanzenbau. Zudem profitieren Landwirte und Agrartechnologen von hoher Sicherheit und von Anwenderkomfort.

Die Digitalisierung hält Einzug in die Landwirtschaft

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Das Konzept der teilflächenspezifischen Bewirtschaftung von Feldern ist nicht neu. Dieser Ansatz wird bereits seit den Neunzigerjahren des letzten Jahrhunderts verfolgt. Allerdings bedeutete die teilflächenspezifische Bewirtschaftung wegen ihrer Komplexität für viele Landwirte einen erheblichen Aufwand. Agricon hat es als erstes Unternehmen geschafft, eine Gesamtlösung auf den Markt zu bringen, welche die Landwirte ent- und nicht belastet.

Bei unserem Besuch in Ostrau wollen wir wissen, wie Agricon Precision Farming in die Praxis umsetzt. Antje Krieger, Marketingverantwortliche, und Ben Bretschneider, Systemintegrator bei Agricon sagen: "Precision Farming meint das Zusammenspiel aus präziser Messtechnik, automatisierten Arbeitsprozessen sowie Internet basierter Datenverwaltung."

Krieger und Bretschneider erläutern uns Precision Farming anhand der Grunddüngung. Am Anfang stehen Bodenproben. Diese werden mit einem speziell ausgerüsteten Fahrzeug von den Agricon Fachleuten entnommen. Aus den gesammelten Daten werden sogenannte Nährstoffverteilkarten erstellt. Aus den Nährstoffverteilkarten werden anschließend Streukarten abgeleitet. Diese Aufgabe übernimmt die Agricon eigene, cloud-basierte Software Agriport. Die Streukarten definieren genau, welche Zonen eines Feldes erhöhten oder reduzierten Düngerbedarf aufweisen. Von Agriport werden die Verteilkarten direkt an den Traktor geschickt und von der Agribox verarbeitet. Dabei handelt es sich neben der Software um das eigentliche Herzstück der Agricon Gesamtlösung. Die Agribox ist ein robuster Industriecomputer, der die Daten von Agriport – in dem Fall die Streukarte – übersetzt und über das Fahrzeug-Bussystem die Düngeausgabe steuert. Gleichzeitig wird dokumentiert, welche Menge Dünger ausgebracht wird und welche Flächen bedüngt werden. Diese Daten werden über die Agribox zurück an Agriport übertragen. Entsprechend verfügt der Landwirt mittels Agriport über eine automatische Dokumentation der ausgebrachten Düngermengen. Nach dem gleichen Prinzip lassen sich neben der Grunddüngung auch Stickstoffdüngung oder Pflanzenschutz erledigen.

Ein wichtiger Meilenstein zur Perfektionierung des digitalen Pflanzenbaus war bei Agricon die Entwicklung der Agribox. Ben Bretschneider sagt dazu: «Dank der Agribox können Daten direkt im Traktor empfangen und weiterverarbeitet werden.» Dadurch hätte Agricon typische Fehlerquellen eliminiert, so Bretschneider.

IoT-fähiger Box-PC als zentrale Steuerung

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Als Hardware-Partner für die Agribox hat sich Agricon die Embedded-Spezialistin Syslogic an Bord geholt. Syslogic hat für Agricon einen klassischen Industrie-PC mit Funkanbindung ergänzt. Dadurch wird der Industrie-PC zur zentralen Steuerungseinheit, um den digitalen Pflanzenbau zu steuern und zu überwachen.

Ein Hauptgrund dafür, dass sich Agricon für Syslogic entschieden hat, ist die lange Verfügbarkeit der Industrierechner. Bretscheider sagt: «Wir hatten in der Vergangenheit ab und zu Probleme mit abgekündigten Hardware-Komponenten.» Für Agricon habe das teilweise bereits nach kurzer Zeit Umrüstungen bedeutet, so Bretschneider.

Mit Syslogic hat Agricon nun einen Hardware-Partner gefunden, der eine überdurchschnittlich lange Verfügbarkeit seiner Industriecomputer gewährleistet. Als eines der wenigen Unternehmen in Europa entwickelt und fertigt Syslogic ihre Embedded-Lösungen selbst. Entsprechend achtet das Unternehmen bereits bei der Entwicklung ihrer Produkte auf eine lange Verfügbarkeit sämtlicher Komponenten. Dazu zählt auch, dass Syslogic nur Prozessorplattformen verwendet, die den Industrial Use Conditions von Intel entsprechen. Die Industrial Use Conditions beinhalten unter anderem den erweiterten Temperaturbereich von –40 bis +85 Grad Celsius sowie eine Verfügbarkeit von zehn Jahren.

Mobile Computing stellt hohe Anforderungen

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Neben der Verfügbarkeit gaben die Robustheit und die flexiblen Anpassungsmöglichkeiten den Ausschlag, dass sich Agricon für die Industriecomputer von Syslogic entschieden hat. Bretschneider sagt: "In Landmaschinen gibt es nicht nur ständige Vibrationen und Stöße, sondern auch extreme Temperaturen.» Syslogic habe diesbezüglich einen Leistungsnachweis vorlegen können, da das Unternehmen bereits Geräte für Züge, Baumaschinen und Spezialfahrzeuge liefere, so Bretschneider. Zudem sei das Unternehmen in der Lage gewesen, sehr schnell einen Prototypen herzustellen.

Mittlerweile bewährt sich die Agribox seit zwei Jahren im Feldeinsatz. Entsprechend sind Agricon und Syslogic bereits mit einem gemeinsamen Folgeprojekt beschäftigt. Schließlich birgt Presicion Farming noch viel Potenzial.

Auf Expansionskurs in Osteuropa

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Antje Krieger sagt: "Neben unserem Hauptmarkt Deutschland bearbeiten wir aktuell vor allem die Länder in Osteuropa, die über zahlreiche sehr große Agrarunternehmen verfügen." Dazu hat Agricon ein Netz an Franchise-Partnern aufgebaut. Die lokalen Partner bearbeiten die Märkte mit eigenen Vertriebsleuten und mit eigenen Technikern.

Mittlerweile stehen insgesamt rund 100 Leute im Dienst von Agricon. Wenn man bedenkt, dass der heutige Geschäftsführer Peer Leithold das Unternehmen 1997 zusammen mit zwei Partnern gegründet hat, ist das mehr als eindrücklich. Beachtlich ist aber auch, dass Agricon trotz des schnellen Erfolgs seinen Wurzeln treu geblieben ist. Noch heute befindet sich der Hauptsitz in Ostrau auf dem Hof von Peer Leithold. Und noch heute lebt der Chef selbst auf dem Hof. Der ehemalige Bauernhof wurde mittlerweile sehr gelungen umgebaut und erweitert. Der Bau verbindet wie das Unternehmen selbst Landwirtschaftstradition mit High-Tech.

So erklären sich Antje Krieger und Ben Bretschneider auch, dass es Agricon bisher immer geschafft hat, engagierte und gut ausgebildete Mitarbeitende für das doch etwas abgelegenen Ostrau zu rekrutieren. Die beiden sagen: "Es macht Spaß hier zu arbeiten – und vor allem kann man etwas bewirken." Sie hätten sich ganz bewusst für Agricon und für Ostrau als Arbeitsort entschieden, so die beiden Mitarbeitenden. Denn das Arbeiten mitten in der Kornkammer Sachsens biete ganz besondere Qualitäten, sagen sie. Als Besucher hegt man keinen Zweifel daran, dass Agricon mit einer cleveren Geschäftsidee, mit modernster Technologie und mit einem begeisterten Team weiterhin die Zukunft der Landwirtschaft mitgestaltet.

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